Tu bois quelque chose?

Year Published: 1979

Description: 16mm Film - Tu bois quelque chose? - Frankreich 1979 Regie: Jacques-René Saurel Buch: Jacques-René Saurel und Edmond Hugues Kamera: Edith Krausse, Alain Brevard, Philippe Teissonniere Musik: N. N. Darsteller: Cyril Bartoli, Rachel Boulenger, Jacques Bryland, Lionel Prevel, Sylviie Saurel u. a. In einer festen Einstellung sieht man einen zehn- bis elfjährigen Jungen, der auf dem Bürgersteig einer großen Stadtstraße auf die Kamera zugeht. Er trägt eine Tasche - wahrscheinlich kommt er gerade aus der Schule. Im Hintergrund ist dynamische Musik mit Pizzicati zu hören. Der Junge bleibt vor einem Plakatständer stehen, in den ein Werbeplakat für Champagner mit dem Slogan 'Champagner ist das Leben' gesteckt ist. Als er sich umdreht, entdeckt er ein weiteres Plakat, das nicht in einem Ständer steckt. Dieses zeigt die Zeichnung eines Autos mit dem Slogan: 'Ein Gläschen = große Gefahr.' Mit einem einzigen Blickwechsel wechselt der Junge von der werblichen Verführung zur präventiven Sensibilisierung - durch zwei gegensätzliche Botschaften, die sich den öffentlichen Raum teilen. Ein vor der Kamera vorbeifahrender Bus bildet den Übergang zur nächsten Sequenz, die in einem Klassenzimmer gedreht wurde. In diesem Raum meldet sich ein junges Mädchen zu Wort, nachdem sie den Finger gehoben hat; die Kamera zeigt sie in Nahaufnahme: 'Manchmal steht auf der Autobahn ein Plakat mit der Aufschrift 'Trinken oder Fahren - man muss sich entscheiden', und daneben sind dann Flaschen zu sehen, genau wie im Fernsehen. Die Werbung widerspricht sich selbst.' Diese Bemerkung wurde gewissermaßen durch die Eröffnungsszene veranschaulicht. Der Bildausschnitt weitet sich aus, mehrere Kinder sitzen nebeneinander, die Kamera zoomt auf den Jungen heran, der bereits in dieser Eröffnungsszene zu sehen war. Einer der Schüler hebt die Hand. Es ist ein anderes junges Mädchen, das erzählt, beim Blättern in einer Zeitschrift dieselbe Beobachtung gemacht zu haben: Auf einer Seite wird vor Alkohol gewarnt, auf der nächsten wird dafür geworben. Zurück zu dem Jungen, der gerade vom Unterricht kommt. Er geht an der Glasfassade eines Cafés entlang. Drinnen winkt ihm ein junger Mann zu, er solle zu ihm kommen. Der Junge folgt der Aufforderung. Er setzt sich an einen Tisch, an dem der junge Mann in Gesellschaft von Jungen und Mädchen in seinem Alter sitzt. 'Hallo, Kleiner, was möchtest du trinken?' Er antwortet: 'Einen Aprikosensaft.' Der junge Mann bittet ihn außerdem, 'den Eltern' Bescheid zu geben, dass er heute Abend nicht nach Hause kommen wird: Sie sind also Brüder. Als der Kellner kommt, bestellen die Jungen und Mädchen nacheinander: Für die eine ist es ein Kihr, für die andere eine Cola, für den großen Bruder ist es 'ein kleiner trockener Weißwein', und für einen Vierten, der gerade angekommen ist, ist es 'Rum-Cola mit viel Rum'... Wenn alkoholische Getränke bestellt werden, ist es der Junge, der im Mittelpunkt steht: Sein Blick wird ernst, als würde er an die Gefahr denken, der junge Menschen ausgesetzt sind, die schon früh Alkohol konsumieren. Hier erhält der Junge eine engelhafte Ausstrahlung; er ist derjenige, der die Fehltritte der anderen beobachtet, ohne einzugreifen. Der Junge setzt seinen Weg fort, geht eine Straßenbrücke hinauf, wieder hinunter und kommt an einem neuen Plakat mit einer Präventionsbotschaft vorbei: eine gesichtslose Silhouette vor einem Hintergrund aus Flaschen, mit dem handgeschriebenen Slogan 'Alkohol ist Quatsch'. Kinderstimmen sind zu hören, die zweifellos während der zu Beginn des Films gezeigten Klassendiskussion aufgenommen wurden. Sie erzählen von ihren ersten Erfahrungen mit Alkohol - in der Familie, im Restaurant. 'Das schmeckt nicht gut, das brennt im Hals...' In zwei aufeinanderfolgenden Einstellungen sehen wir am selben Café-Tisch Kinder, die an die Stelle der Jugendlichen treten, die in der vorherigen Szene zu sehen waren. Dieser Übergang suggeriert zunächst, dass es der erwachsene Kontext ist, in den die Kinder versetzt werden (im Café zu sein), der sie der Gefahr des Alkoholkonsums aussetzt, und zweitens, dass die Jugend ein Alter ist, in dem das Risiko einer Abhängigkeit dadurch erhöht wird, dass der regelmäßige Alkoholkonsum als Übergangsritus angesehen wird. Der Junge setzt seinen Weg fort und geht auf dem Bürgersteig einer kleinen Straße entlang, die von Rasenflächen gesäumt ist. Im Gras findet er einen toten Vogel, den er aufhebt, und blickt dann zu einem neuen Plakat empor, das die Zeichnung eines Winzers zeigt, der mit flotten Schritten und geröteten Wangen durch ein Feld geht und sich dabei ein Glas Wein einschenkt. Der Slogan: 'Mein Wein gibt Kraft', den der Junge liest, nachdem er den toten Vogel betrachtet hat, als würde sein makabrer Fund die Lebendigkeit der Werbebotschaft widerlegen, die ihn anspricht... Support my work on Ko-fi! https://ko-fi.com/theartoffilmon16mm

Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=JLlwegaTBrE

Metadata Source:YouTube


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