Zurück ins Leben

Year Published: 1950

Country of Origin: Germany

Description: 16mm Film - Zurück ins Leben - BRD 1950 Regie: Alexander Geßner Buch: Alexander Geßner und Eva-Maria Wagner Kamera: Willi Schmid Musik: Albert Fischer Darsteller: Berthold Ebbecke u. a. Die Jungenstadt Buchhof war eine am 27. Mai 1947 auf Anregung der US-amerikanischen Besatzungsstreitkräfte gegründete und im Schloss Buchhof bei Starnberg eingerichtete Jugendhilfeeinrichtung. Sie war ursprünglich zur Versorgung männlicher Kriegswaisen ins Leben gerufen worden, die dort eine Berufsausbildung erhalten und durch Selbstverwaltungsstrukturen gezielt auf ein Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereitet werden sollten. Deshalb kann sie hinsichtlich der Einrichtungsart auch als Kinderrepublik bezeichnet werden. Konzeptionell orientierte sie sich dabei am Boys-Town-Ansatz des katholischen Priesters Edward Flanagan. Träger der Einrichtung war der damalige Kreisverband München der Arbeiterwohlfahrt. Auf der Grundlage einer im Wesentlichen von den Bewohnern selbst erarbeiteten Verfassung führten die Jungen regelmäßig Bürgermeisterwahlen durch. Die Bürgermeister ernannten wiederum andere Jungen zu Referenten für bestimmte Aufgabenbereiche (Arbeit, Hygiene, Sport etc.) und bildeten mit ihnen zusammen den Jungenstadtrat. Die Bürgermeister schlugen auch Jungen für den Gerichtshof der Jungenstadt vor, der über die Einhaltung der Einrichtungsregeln wachte. Im sogenannten Erziehungsausschuss hatten die Repräsentanten der Jungen außerdem Gelegenheit, gemeinsam mit der Heimleitung über Belange der Einrichtung zu beraten. Bis 1950 wachten Kontaktleute der US-Streitkräfte über die Aufrechterhaltung der Selbstverwaltungsstrukturen. Bald nach deren Abzug wurden die Möglichkeiten zur Selbstverwaltung jedoch stark eingeschränkt. Zudem stand die Einrichtung im Laufe der Zeit in immer größerem Umfang auch Jungen offen, die keine Kriegswaisen waren. Die Jungenstadt Buchhof verlor dadurch ihren einzigartigen Charakter. Sie behielt gleichwohl ihren ursprünglichen Namen. Mitte der 1950er Jahre wurde das Heim aus finanziellen Gründen geschlossen. Mit Unterstützung offizieller Stellen und durch privates Engagement wurde Ende 1947 der Verein Jugenddorf Moorenbrunn gegründet. Ziel des bereits im Frühjahr 1948 in Jugendsiedlung Friedensdorf e. V. umbenannten Vereins war die berufliche, geistige und gesundheitliche Förderung männlicher Jugendlicher, die nach Kriegsende ihr persönliches Lebensumfeld verloren hatten. Die als Übergangslösung gedachten Unterkünfte der Bauleitung des ehemaligen kommunalen Zweckverbandes Reichsparteitag Nürnberg wurden von den Bewohnern selbst und von ausländischen jugendlichen Helfern zu Meisterwohnungen, Lehrlingswerkstätten und Wohnräumen umgebaut. Die Familien der Meister und Angestellten lebten mit den Jugendlichen in den, anfangs noch Jugendhof Märzfeld genannten, renovierten Baracken auf dem Gelände der heutigen Messe Nürnberg. In den ausgebauten Bauleitungsbaracken am Märzfeld wurde die Idee Friedensdorf mit Leben erfüllt. Mehr als 3000 Jugendlichen ist eine persönliche und berufliche Perspektive vermittelt worden, ehe in der Wirtschaftswunderzeit das Interesse erlahmte. Schon unmittelbar nach der Grundsteinlegung am 19. Juni 1948 fehlten die finanziellen Mittel um das neue Friedensdorf am heutigen Franz-Reichel-Ring kontinuierlich zu verwirklichen. Im Dezember 1964 wurde der Verein liquidiert. The Boys' Town Buchhof was a youth welfare facility founded on May 27, 1947 at the suggestion of the US occupying forces and set up in Buchhof Castle near Starnberg. It was originally set up to care for male war orphans, who were to receive vocational training and be prepared for life in a democratic society through self-governing structures. It can therefore also be described as a children's republic in terms of the type of institution. Conceptually, it was based on the Boys Town approach of the Catholic priest Edward Flanagan. The institution was run by the Munich District Association of Workers' Welfare at the time. The boys held regular mayoral elections on the basis of a constitution drawn up largely by the residents themselves. The mayors in turn appointed other boys as representatives for certain areas of responsibility (work, hygiene, sport, etc.) and together they formed the boys' town council. The mayors also nominated boys for the Boys' Town Court, which monitored compliance with the rules of the institution. In the so-called Education Committee, the boys' representatives also had the opportunity to discuss matters concerning the facility together with the home management. Until 1950, liaison officers from the US armed forces monitored the maintenance of the self-government structures. Soon after their withdrawal, however, the opportunities for self-administration were severely restricted. In addition, over time the facility was increasingly open to boys who were not war orphans. The Boys' Town Buchhof thus lost its unique character. Nevertheless, it retained its original name...

Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=XP_8XKjSBq4

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