Yarina Cocha

Year Published: 1970

Country of Origin: Germany

Description: 16mm Film - Yarina Cocha - BRD 1970 Buch und Regie: Theo Ott Kamera: Manfred Thomas Musik: Erich Ferstl Mitwirkende: Theodor Binder, Carmen Binder u. a. Theodor Binder war ein deutscher Arzt, der von den indianischen Ureinwohners als 'yatun papa' (Vater von allen) genannt wird und durch sein Urwaldhospital in Peru bekannt wurde. Theodor Binder wurde am 24.07.1919 in Lörrach am Oberrhein, im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz geboren. Seine Eltern waren mit dem ebenfalls in der Oberrhein-Region beheimateten Urwaldarzt Albert Schweitzer und dessen Frau Helene bekannt. Die Binders unterstützten die Arbeit Schweitzers in Lambarene, die anfangs mit vielen Schwierigkeiten verbunden war. Nachdem Albert Schweitzer den Aufbau seiner Urwaldklinik in Afrika im Ersten Weltkrieg unterbrechen musste, gab er in der Schweiz Orgelkonzerte, um mit dem so verdienten Geld das Krankenhaus weiter auszubauen. Die Binders besuchten eines dieser Konzerte, das in Lörrachs Nachbarstadt Basel stattfand, und stellten bei dieser Gelegenheit Albert Schweitzer ihren Sohn Theodor vor, damals bereits im Schulalter. Theodor Binder erinnerte sich später noch oft an diese erste Begegnung, die ein Schlüsselerlebnis für seinen weiteren Lebensweg war. Sein Vater, selbst Direktor eines Waisenhauses, erzählte Albert Schweitzer, dass der Junge ein Orgelstudent sei und entschlossen, ein medizinischer Missionar zu werden. Theodor Binder erinnerte sich daran, zu Albert Schweitzer gesagt zu haben: 'Ich möchte werden, was Sie sind', worauf Schweitzer antwortet: 'Dann wirst Du lange beten und arbeiten müssen'. Doch der junge Theodor Binder hatte damals keine Lust zu beten. Vielmehr liebte er es, Bücher von Karl May und Fenimore Cooper zu lesen. Von dieser Lektüre inspiriert, sagte er zu Albert Schweitzer: 'Ich will nicht zu den Schwarzen gehen. Ich will zu den Indianern gehen. Albert Schweitzer nahm die Ambitionen des Jungen ernst und bestärkte ihn darin. Das Abitur bestand Theodor Binder am humanistischen Lörracher Hebbel-Gymnasium als Bester seines Jahrgangs. Den verdienten Preis für das Fach Deutsch erhielt er jedoch nicht, da er sich gegen den Boykott jüdischer Geschäfte aufgelehnt hatte. Danach wurde er zum Arbeitsdienst herangezogen. Das 1938 in Freiburg aufgenommene Medizinstudium konnte er erst zehn Jahre später in der Schweiz beenden. Zwischendurch wurde er nach Frankreich und Russland an die Front geschickt. Nach der dritten Verwundung durfte er in die Heimat zurückkehren und sein Studium in Freiburg und Straßburg fortsetzen. Dieses musste er jedoch wieder unterbrechen, weil er zur Arbeit im Sanitätsdienst herangezogen wurde. Er lernte die sechs Jahre jüngere Carmen Koch kennen, die er 1943 heiratete. 1944 brachte sie den gemeinsamen Sohn Michael zur Welt. Durch seinen Widerstand gegen das Naziregime geriet Theodor Binder ins Visier der Gestapo. Im letzten Moment wurde er vor einer Festnahme gewarnt und floh mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn kurz vor Kriegsende in die Schweiz. In Basel nahm Theodor Binder sein Medizinstudium wieder auf. Zudem bildete sich zum Tropenmediziner aus, studierte Amerikanistik, Indianerkunde und Ethnologie. Im Frühjahr 1948 schloss er sein Studium mit einer Promotion ab und durfte sich seitdem Doktor der Medizin nennen. Noch im selben Jahr wanderte Theodor Binder mit seiner jungen Familie nach Südamerika aus und ließ sich in Peru nieder. Um seinen Plan von einem Urwaldkrankenhaus für die Indianer verwirklichen zu können, legte Theodor Binder in Peru noch einmal alle ärztlichen Examen ab, denn sein Abschluss aus Europa wurde damals in Südamerika nicht anerkannt. Zunächst arbeitete Binder in einer Krankenstation der Franziskanerinnen in Oxapampa sowie in einem Erdölcamp am Rio Pisqui. Dann ging er mit seiner Familie in die Hauptstadt Lima, wo er mit seiner Frau eine eigene Praxis eröffnen konnte. Sechs Jahre lang behandelte das Paar zahlende Patienten. Vom ersparten Geld wollten sich die Eheleute den Traum von einem Krankenhaus erfüllen, in dem sie im Urwald lebende Indianer kostenlos behandeln können. Bevor sie das Projekt starteten, suchten sie bei ihrem Vorbild Albert Schweitzer Rat. Deshalb begaben sich die Binders 1955 nochmals nach Europa und trafen den berühmten Urwaldarzt in dessen Heimatort Günsbach. Dieser lud Carmen und Theodor Binder nach Lambarene ein, damit sie sich vor Ort ein Bild von den Ergebnissen seiner bisherigen Arbeit und den damit verbundenen Mühen machen konnten. Nach dem zweiwöchigen Aufenthalt bei Albert Schweitzer in Afrika beschloss Theodor Binder, seinem eigenen Urwaldkrankenhaus in Südamerika den Namen des vorbildhaften Freundes zu verleihen. Mit seinen persönlichen Ersparnissen und ersten Spenden kaufte Binder ein 80 Hektar großes Gelände in der Nähe von Pucallpa im südamerikanischen Urwald... Support my work on Ko-fi! https://ko-fi.com/theartoffilmon16mm

Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=lgxerFAwERM

Metadata Source:YouTube


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