Synagoge - Jelenlét III - Ungarn
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Year Published: 1986
Description: 16mm Film - Synagoge - Jelenlét III - Ungarn 1986 Buch und Regie: Miklós Jancsó Kamera: János Kende Musik: György Deák-Bárdos Mitwirkende: Ernõ Lefkovics, Bernáth Róth, Tamás Lõwy, László Deutsch, Tamás Raj, Endre Gerendai, Tomi Fried, Zsuzsi Fried, Gerö Gáli, Dávid Jancsó, Bandi Klein, Gyuri Klein, Ráhel Raj, Rafi Raj, Andris Róna, Dani Róna, Ági Surányi, Eszter Surányi, Kati Surányi u. a. Einundzwanzig Jahre in einer halben Stunde zusammengefasst. Miklós Jancsós Film untersucht anhand des langsamen Verfalls der ehemaligen Synagoge und des Friedhofs im ungarischen Olaszliszka Fragen der historischen Erinnerung. Miklós Jancsós drei miteinander verbundenen Kurzfilme dokumentieren über viele Jahre hinweg den allmählichen Verfall einer Synagoge und eines jüdischen Friedhofs. Das leerstehende, seiner ursprünglichen Funktion beraubte und völlig vernachlässigte Gebäude wird im Laufe der Jahrzehnte von verschiedenen Rabbinern besucht. Sie halten kurze Zeremonien ab und halten so die jüdischen Traditionen am Leben. Die Filme 'Jelenlét' (Gegenwart) entstanden im Frühjahr 1965 sowie im Herbst 1978 und 1986 an denselben Schauplätzen. Zwischen den drei Kurzfilmen liegen insgesamt 21 Jahre, was die Möglichkeit bietet, den Lauf der Zeit deutlich zu veranschaulichen. In den aufeinanderfolgenden Episoden kann der Zuschauer den Verfall der Gebäude und Grabsteine sowie das unterschiedliche Verhalten der Besucher verfolgen. Der Titel bezieht sich auf mehrere Dinge gleichzeitig. Der jüdische Friedhof und die Synagoge haben die Zerstörung überstanden und erinnern uns mit ihrer Präsenz an die Geschichte. Aber auch zwischen den Steinen ist der Mensch ständig präsent. Rabbiner, die diesen Ort besuchen, führen Zeremonien durch, um die jüdische Identität weiterleben zu lassen. Die neuen Akteure, die Kinder, die den Gedenkort besuchen, tragen die Verheißung des Überlebens und der Erneuerung in sich.Der Zustand des Gebäudes und der Grabstätten verschlechtert sich zunehmend. Die starken Auswirkungen der vergangenen Zeit werden durch die Schnitte noch verstärkt. Die würdevollen Bilder werden von schmerzhaften Klagen begleitet. Der Film ist durchgehend von Vergänglichkeit und der Abwesenheit derer geprägt, die einst hier lebten. Dennoch klingt das insgesamt fast halbstündige Werk hoffnungsvoll aus. Die feierliche Würde der alten Rituale und die Fröhlichkeit der Kinder sind widerstandsfähiger als die zerfallenden Steine. Heilige Orte sind nicht unbedingt physisch existierende Gebäude. 'Jelenlét' entstand aus der Idee eines geplanten, aber nie realisierten Spielfilms. Die Geschichte hätte damit begonnen, dass die beiden Hauptfiguren auf ihrer Reise durch das Dorf die ehemalige Synagoge besichtigen. Auf der Suche nach einem geeigneten Drehort stießen die Filmemacher auf dieses Thema. Während der Dreharbeiten veränderte das Team nichts an der Umgebung, sondern dokumentierte lediglich die Gegebenheiten. Die offizielle Kulturpolitik der Kádár-Ära wollte das Schicksal der ungarisch-russischen Juden vergessen machen. Miklós Jancsós Werk konfrontiert den Zuschauer nicht nur mit schwerwiegenden Fragen, sondern macht auch auf die Bedeutung des historischen Gedächtnisses aufmerksam. Trotz seiner scheinbaren Einfachheit arbeitet der Film mit einem sehr komplexen Symbolsystem und regt zum Nachdenken über das Gesehene an. 'Jelenlét' ist ein zu Unrecht wenig beachtetes, unverzichtbares Werk aus dem unvergleichlich reichen Schaffen von Miklós Jancsó. Neben den neu gebauten Einfamilienhäusern und der Schnellbahn stehen noch immer die Grabsteine. Die traurigen Mahnmale werden von hebräischen Gesängen begleitet. Auf dem Friedhof tauchen Kinder auf und legen nach jüdischem Brauch Steine auf die Gräber. Ihre kleinen Hände lesen die verblassten Inschriften. Die Szene ist ein wunderschönes Beispiel für die Bedeutung von Traditionen und Erinnerung. Twenty-one years summarized in half an hour. Miklós Jancsó's film examines questions of historical memory through the slow decay of the former synagogue and cemetery in Olaszliszka, Hungary. Miklós Jancsó's three interconnected short films document the gradual decay of a synagogue and a Jewish cemetery over many years. Over the decades, the empty building, deprived of its original function and completely neglected, is visited by various rabbis. They hold short ceremonies, thus keeping Jewish traditions alive. The films 'Jelenlét' (Presence) were made in the spring of 1965 and in the fall of 1978 and 1986 at the same locations. A total of 21 years lie between the three short films, which provides an opportunity to clearly illustrate the passage of time. In the successive episodes, the viewer can follow the decay of the buildings and gravestones as well as the different behaviors of the visitors. The title refers to several things at once. The Jewish cemetery and synagogue have survived destruction and remind us of history with their presence. Support my work on Ko-fi! https://ko-fi.com/theartoffilmon16mm
Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=6rcAqoRuqdE
Metadata Source:YouTube
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Record added: 2026-06-12 21:02:14