Internationales Seifenkistlrennen

Year Published: 1950

Country of Origin: Germany

Description: 16mm Film - Internationales Seifenkistlrennen - BRD 1950 Regie: Josef Schätz Kamera: Herbert Buchatz Mitwirkende: Clarence Milton Bolds, Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Ewald Kluge, Georg Frimberger, Hansl Maier, Kurt Sammer, Willy von Müller, Peter Gluth u. a. Wann sah man je soviel fieberhafte Begeisterung auf einem Fleck zusammen wie bei den Seifenkistlbuben, als sie mit 'ihren' Autos und einem Besitzerstolz, der kaum zu bändigen war, auf 'ihrer' Rennbahn erschienen? Sie fanden sich ein wie die großen Vorbilder mit Sturzhelm und Trikots, und es wurde wahrhaftig ein Fest auf der ganzen Linie. Allein schon die Vorbereitungen waren ein Auftakt nach Bubenwunsch, denn die jungen Rennfahrer lebten in Zelten, einträchtig und tatkräftig, gewichtig mit den letzten Verbesserungen beschäftigt oder in gelassener Ruhe schon ganz im Vorgefühl des künftigen Europameistertums, je nach Temperament und dem Grad der Möglichkeit eines Jungenherzens, große Gefühle hinter einem ernsten Gesicht zu verbergen. Dann brach schließlich der Tag an, an welchem das Rennen eröffnet wurde, das volle vier Wochen dauern sollte. München war ausersehen, der Schauplatz der heißen Kämpfe zu sein. Auf einer breiten Straße, von den Fahnen aller Länder festlich umsäumt, erfolgte der Eröffnungseinmarsch der Amerikaner, die in ihrer Jugendorganisation das Seifenkistlrennen betreuen. Die Idee des Seifenkistlrennens soll übrigens dem findigen Kopf eines amerikanischen Reporters entsprungen sein, der um jeden Preis eine Sensation von seiner Europareise mit nach Amerika bringen sollte. Da ihm aber absolut nichts besonderes begegnete, holte er sich zwei Buben, die er zufällig mit primitiven, selbst gezimmerten, phantasie-auto-ähnlichen Fahrzeugen auf der Straße antraf, hieß sie einen flachen Hügel hinunterfahren und fotografierte dieses 'Rennen', um es drüben als neue Errungenschaft und stolze Titelseite eines Magazins groß herausstellen. Das war die Geburtsstunde des Seifenkistlrennens. Wer je mit der Psyche der männlichen Jugend zwischen 11 und 15 Jahren zu tun hatte, der weiß, dass dieser neue Sport nicht viel Propaganda brauchte, um alsbald seinen Eroberungszug in die Länder Europas anzutreten. Die Jungen gingen nicht nur mit Begeisterung ans Zusammensetzen der Autos, sie bekamen auch ihre Rennbahnen dazu und in großen und kleinen Orten des Bundesgebietes gab es bald keinen interessanteren Gesprächsstoff mehr unter ihnen als die bevorstehenden Ausscheidungskämpfe. Die Sieger daraus, die besten Rennfahrer aus Westdeutschland, kamen nach München, um den Drei-Zonen-Meister zu ermitteln. Der kleine Georg Frimberger aus Bad Tölz errang den Sieg vor Hansl Maier aus München und Kurt Sammer aus Freiburg. Diese drei schnellsten Buben im Seifenkistl vertraten nun die schwarz-rot-goldenen Fahnen im großen Rennen um die Europameisterschaft. Im Omnibus waren die Jungen aus der Schweiz nach München gefahren und luden ihre blitzsauberen Autos auf der Theresienwiese aus, gespannt verfolgt von den prüfenden Augen ihrer Konkurrenten aus Italien, Belgien, Frankreich und Deutschland. Die Österreicher hatten Passschwierigkeiten und konnten nicht kommen, aber ihre Autos starteten trotzdem, mit deutschen Buben am Steuer. Die Abnahmekommission führt die allerletzte Inspektion durch. Es beginnt. Kein geringerer als Mr. Bolds, der bayrische Landeskommissar, fährt die Jungfernfahrt mit einem kleinen Volkswagenmodell. Höchstpersönlich folgen ihm, von den kleinen Augenpaaren fast vor Begeisterung verschlungen, die großen Rennfahrer Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch und Ewald Kluge. Dann stehen je drei Buben am Start. Das Plateau ist 12 m breit. Eine Klappe steht waagrecht in der hölzernen Bahn, solange die Autos im Stand sind und senkt sich plötzlich, wenn die Fahrer dahinbrausen sollen. Heiß, aber fair wird gekämpft. Immer wieder schieben sie unverdrossen ihre Wagen die Bahn hinauf zum Start. Am Sonntag, 26. Juli 1950, ist es soweit. Es geht um die Europameisterschaft. Fahrer und Zuschauer sind gleichermaßen erregt. Das von Rennleiter Willy von Müller freigegebene Rennen erreicht seinen Höhepunkt. Sieger wird in viertelstündigem Endkampf Peter Gluth im Auto seines startverhinderten österreichischen Kameraden Erhard Haertel. Peter stellt den großen Preis dem österreichischen Konsulat zur Verfügung, ein Drittel mit 1500 Schilling geht nach Österreich. Peter, der Sieger, bekommt zwei Drittel.

Online Copy: https://www.youtube.com/watch?v=gikd-1-mdaQ

Metadata Source:YouTube


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